Samstag – schneller als gedacht
Ziemlich zerschlagen machen sich die Männer nach dem Frühstück auf den Weg zur Tankstelle. Irgend etwas ist anders – es war kein Personal da, sie mussten am Automaten tanken. Stimmt. Heute ist Feiertag in Frankreich. Ob vielleicht auch der SuperU eher schließt und wir noch einen Tag mehr von unseren inzwischen recht trockenen Brötchen leben müssen?
Schnell wurde mit Clio hin und her getextet, bald gab es Entwarnung. Der SuperU hat wie gewohnt bis 20 Uhr auf. Abendessen gerettet. Aber es könnte sein, dass mehr Verkehr auf den Straßen ist, man sollte sich nicht zu früh freuen.
Wir machen unterwegs Pläne B und C für den Fall dass wir ewig im Stau stehen und es mit Einkaufen knapp würde. Aber das war unnötig. Weder in Serres noch in Laragne müssen wir großartig anstehen. Vielleicht langsam fahren und dabei sehen, dass die Buech so voll ist wie noch nie. Gestern muß es hier auch ordentlich geregnet haben, auf den Feldwegen stehen Pfützen! Gut, hinter uns braute sich seit Mittag eine schwarze Wolke zusammen, die nur darauf wartet, sich mit anderen Wolken zu verbinden und loszurumpeln. Ein paar Tropfen zierten bei Serres unsere Windschutzscheibe, aber die waren bald verdunstet.
Schon um 15:20 trudelten wir – beschattet von einer großen Wolke – auf dem Aerodrome ein. Es gab 33 Grad Außentemperatur, wir parken die Anhänger, schwatzen mit einem Nachbarflieger und fahren dann zum Häuschen. Dort wartete schon unsere Familie auf uns – Michel, Clio, Muss und Yoki begrüßten uns herzlich. Kahis ist beim Opa geblieben, weil die Fahrt von Marseille bei der Hitze für den kleinen Knopf zu anstrengend gewesen wäre.
Da Clio immer besser deutsch spricht und ich immer besser französisch, und wir so beide für alle übersetzen konnten, gab es ein Durcheinander von Sprachen, Witzen und Anekdoten. Ob Yoki denn mal mitfliegen dürfe? Nicht ohne Hunde-Fallschirm. Schade.
Vor einigen Wochen gab es hier einen 3-minütigen Hagelschauer mit Hühnerei-großen Eisklumpen. Das muss erschreckend gewesen sein, die Gäste hier haben dabei ihr neues Auto ziemlich ramponiert bekommen. Wir sollen auf jeden Fall unter dem Mandelbaum parken, sobald Gewitter aufziehen.
Kurzum, bald machten sich alle auf ihren Weg nach Hause, wir räumten schnell Dieters Auto aus und kullerten wieder in Richtung Tal. Die Männer müssen sihc anmelden, ich gehe einkaufen – schön alleine, damit ich mich erstmal orientieren kann. Das ist auch extrem gut so, denn die Regale im SuperU sindmal wieder komplett umgeräumt. Irgendwann bin ich fertig und sammle die Männer in der Flugplatz-Bar auf. Kaum verlassen wir den Platz, wird unser Auto gewaschen. Aber der Schauer ist auf unserem Berg schon wieder vorbei und wir können draußen essen und dem Regen über dem Tal zusehen.
Da es immer noch kuschelig warm draußen ist, bleiben wireine ganze Weile auf der Terrasse sitzen bevor wir den Tag beenden. Da uns niemand drängt, wird die Frühstückszeit auf „ab um neun oder so“ festgelegt.